Twitch hebt die Preise an. Zum ersten Mal überhaupt erhöht der zu Ama­zon gehörende Game-Streaming-Dienst die Preise für Kanal-Abonnements. Die Preiserhöhung betrifft aber zunächst nicht Deutsch­land, sondern eine kleine Gruppe anderer Länder.

Preiserhöhung zunächst nur in wenigen Ländern

Wie Twitch gestern Abend deutscher Zeit mitteilte, erhöht das Unternehmen zum ersten Mal die Preise für seine Abo-Angebote. Dies gilt zunächst nur in Großbritannien, Australien, Kanada und der Türkei. Die Preiserhöhung erfolgt zum 28. März 2024, wobei, abgesehen von der Türkei, nur die Abos der günstigsten Stufe teurer werden.

So ist davon die Rede, dass die sogenannten „Tier 1 Subscriptions“ und geschenkte Abos in den betroffenen Ländern jeweils leicht teurer werden. In Großbritannien werden etwa künftig sechs statt bisher fünf Pfund fällig, während der Preis in Kanada von sieben auf acht kanadische Dollar und in Australien von acht auf neun australische Dollar steigt. In den Stufen 2 und 3 bleiben die Preise unverändert.

n der Türkei fallen die Preissteigerungen aufgrund des Wertverlustes der Landeswährung Lira deutlich höher aus und betreffen obendrein alle drei Abostufen. Der Preis für ein Stufe-1-Abonnement steigt dort von bisher 9,90 Lira auf dann 43,90 Lira, wird also mehr als vervierfacht. Umgerechnet entspricht dies aktuell einem Preisanstieg von derzeit etwa 30 Cent auf dann 1,31 Euro.

Die Preiserhöhungen betreffen zunächst außerdem nur Abonnements, die über das Web – also im Browser – gekauft werden. Erst in den nächsten Monaten sollen die Preise in den Twitch-Apps angepasst werden, auch weil in diesem Fall immer noch die jeweiligen Plattform-Anbieter wie Google oder Apple mitverdienen. Der Anteil der Streamer bleibt übrigens prozentual gleich, sie verdienen also künftig mehr, wenn sie Abonnements an Nutzer aus den genannten Ländern verkaufen.

Hintergrund des Ganzen sind Bemühungen von Amazon, die Einnahmen aus dem Betrieb von Twitch zu steigern. Das Unternehmen entließ zuletzt rund 500 Mitarbeiter, um Kosten zu sparen. Außerdem zahlt man den Twitch-Streamern jetzt weniger Geld aus Prime-Abonnements aus, Amazon behält also einen größeren Anteil dieser Einnahmen für sich. Wann und ob in weiteren Ländern mit einer Preiserhöhung zu rechnen ist, ist derzeit noch offen.