Gestern, am 22.01., gab es im deutschen Twitch eine denkwürdige Zusammenkunft. Der Streamer MontanaBlack war zu Gast im Stream von HandOfBlood. In der Vergangenheit hatte es zwischen diesen beiden führenden deutschen Content-Creators immer wieder Konflikte gegeben: HandOfBlood hatte MontanaBlack einen Twitch-Bann eingehandelt, der hatte ihn „links-versifft“ genannt: Jetzt will man die Wogen glätten und vielleicht gemeinsam ein Zeichen für mehr Toleranz setzen. Der Knackpunkt ist die andauernde Diskussion um die Twitch-Streamerin Shurjoka.

Welche Vergangenheit haben die beiden?

  • HandOfBlood hat MontanaBlack 2020 einen 30-tägigen Twitch-Bann beschert. Er hatte auf Twitter ein Video von MontanaBlack veröffentlicht, wie der durch die Straßen von Malta zog, Frauen nachstellte und Grunzgeräusche machte. MontanaBlack fand den Twitch-Bann im Nachhinein angemessen und hat sich von seinem Verhalten distanziert.
  • 2023 schoss MontanaBlack dann aber gegen HandOfBlood. Im Rahmen einer Preisverleihung, sagte der 35-Jährige: HandOfBlood gehöre zu einer „links-versifften Gutmenschen-Bubble auf Twitch“, die ihn kritisiere, aber zum Fehlverhalten von Shurjoka gegenüber Scurrows geschwiegen habe. Das widere ihn alles an.
  • Zuletzt gab es im Rahmen der „Baller-League“, bei der beide Influencer Fußball-Teams haben, eine Annäherung, die von HandOfBlood ausging. HandOfBlood ging in seiner Rolle als „Präsident Knabe“ auf MontanaBlack zu und lobte dessen Drink Gönrgy.

HandOfBlood glättet die Wogen, geht auf MontanaBlack zu

Worüber haben die beiden im Stream gesprochen? Im Twitch-Stream vom 22.1. ging es darum, die Wogen zwischen beiden zu glätten. Nach dem gemeinsamen Auftritt im Rahmen der Baller League hatten beide Streamer miteinander gesprochen, lobten einander für die gemeinsame Aktion und sprachen ihren Respekt für die Arbeit des jeweils anderen aus.

Man betonte, auch wenn man sich in der Vergangenheit öffentlich kritisiert habe, sei das nie persönlich gewesen, sondern man hätte parallel häufiger miteinander gesprochen. Doch in den letzten Jahren sei das offenbar zu kurz gekommen.

Im Stream steckte HandOfBlood nun seine Hand aus. Gerade während der Corona-Zeit seien Fronten entstanden. Er wolle die glätten. Früher habe HandOfBlood häufiger den Konflikt gesucht. Mittlerweile sei ihm das zu anstrengend. Er könne auch so für seine Werte stehen.

Er fände es toll, wenn er zusammen mit MontanaBlack ein Zeichen setzen könnte, um sich etwa gemeinsam für die LGBTQ+-Community auszusprechen.

„Ich hatte das Gefühl, während der Corona-Krise ist man mehr auseinandergedriftet, weil es nicht mehr zu diesem realen Austausch gekommen ist.“

MontanaBlack sagt: Er hat sich geändert, sei ein ganz anderer als zur Malta-Zeit

Wie reagierte MontanaBlack? Der Streamer zeigte sich von der Idee einer Kooperation angetan. Er betonte, dass er sehr tolerant sei und jeder jeden liebe könne. Das habe er schon immer so gesehen.

Er sei ohnehin nicht mehr „der MontanaBlack von vor drei Jahren“, sehe das heute mit Malta auch kritisch. Er sei durch die Shitstorms von damals ein Stück weit geformt worden und habe sich verändert, heute sei er ein ganz anderer Mensch. Er habe schon seit langem keine größeren Shitstorms erzeugt.

Ein strittiger Punkt zwischen beiden ist die Rolle, die MontanaBlack im Konflikt um die Streamerin “Shurjoka” spielt. Das ist ein komplexes Thema, das sich mittlerweile fast ein Jahr hinzieht.

Knackpunkt ist Shurjoka und die Reaktionen auf Streams von KuchenTV

Was ist der Knackpunkt? Die Erzählung „MontanaBlack sei nun geläutert und reformiert“ wollte HandOfBlood nicht so unkommentiert stehen lassen. Er sprach MontanaBlack darauf an, dass er beim Thema „Shurjoka“ durch seine Reaktionen auf YouTube-Videos als Katalysator gewirkt und Öl ins Feuer gegossen habe.

„Wenn du sagst, heutzutage ist dir das alles zu stressig, aber gleichzeitig bist du da viel am Start in dieser sehr hetzerischen, beefigen Welt, die da grade stattfindet, weiß ich auch nicht, was genau du damit meinst.“

MontanaBlack entgegnete: Er sei immer noch ein Meinungsmacher und Shurjoka sei eben eine aktuelle Thematik. Die Leute wollten seine Meinung hören. Er sei bei dem Thema jedoch nie über die Stränge geschlagen und habe stets sachlich seine Kritik geäußert.

HandOfBlood sagte: Die Thematik sei sehr zentriert auf Shurjoka. Er glaube, sie stehe für „gute Dinge und Werte ein“. Das finde er gut und unterstütze es auch.

MontanaBlack lenkte nun ein und sagte, er wolle nicht, dass es Shurjoka schlecht gehe.

Darauf entgegnete HandOfBlood, dann solle er aufhören, auf die Videos eines mittlerweile auf Twitch gebannten YouTubers zu reagieren. Denn dadurch ginge es Shurjoka „extrem schlecht“. Durch die Reaktionen gingen „super viele Leute“ auf die Profile von Shurjoka und würden dort Hasskommentare verfassen. MontanaBlack würde hier durch seine Reaktionen als Brandbeschleuniger wirken.

MontanaBlack sah das anders: Man könne keinem Konflikt aus dem Weg gehen, nur weil ein paar Idioten aus der Community dann solche Kommentare verfassten. Der Twitch-Streamer sagte, er habe Shurjoka schon häufig ein privates Gespräch angeboten.

HandOfBlood schlug vor, sich gemeinsam im Rahmen der Baller-League zu positionieren, um sich klar gegen die Diskriminierung von Minderheiten zu stellen.

MontanaBlack distanziert sich von “betrunkenem Stream” gegen Shurjoka

MontanaBlack nickte hier mehrere Male, das könne er sich „safe“ vorstellen. Für so Aktionen sei er zu haben und das schon immer. Er habe zudem ein Interesse daran, das Thema „Shurjoka“ zur Seite zu legen. Er habe sich zwar in der Vergangenheit, scherzhaft bei Shurjoka für die Einnahmen bedankt, die er durch den Konflikt generiere, sei aber auf die Einnahmen durch Videos zu dem Thema nicht angewiesen. Bei ihm laufe es auch so.

Er reagiere jedoch auf alle Videos von KuchenTV, auch auf jene gegen Shurjoka. Dennoch wolle er klarstellen, dass er sich etwa von dem „betrunkenen Stream“, für den KuchenTV von Twitch gebannt wurde, distanziert habe.

„Das ging einfach nicht. Das war einfach zu viel. Davon hab ich mich auch distanziert.“

MontanaBlack unterstrich, dass er von Alkohol-Konsum nichts hält. Er selbst sei „seit 11 Jahren nüchtern von allem – außer von der E-Zigarette.“

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