Nvidia hat zusammen mit Twitch und OBS auf der CES 2024 die Funktion Twitch Enhanced Broadcasting angekündigt. Mit ihr sollen auch Streamer ohne Twitch-Partnerstatus ihren Zuschauern die Auswahl der Bildqualität ermöglichen. Außerdem soll der AV1-Codec mit passenden Nvidia-Grafikkarten genutzt werden können, um in höherer Qualität streamen zu können.

Für Twitch-Partnerkanäle lässt der Streaming-Anbieter die Livestreams auf den eigenen Servern in verschiedenen Auflösungen parallel zum Haupt-Stream neu encodieren, damit Zuschauer mit einer langsamen Internetverbindung nicht ausgeschlossen werden, ihnen zeitgleich aber auch ein Stream in möglichst hoher Qualität zur Verfügung steht.

Für kleinere Kanäle war dies aufgrund der für Twitch entstehenden Kosten bisher nicht möglich. Hier wird der Datenstrom lediglich verteilt. Zukünftig können Besitzer einer Nvidia-Geforce-Grafikkarte mithilfe der weit verbreiteten Open Broadcasting Software (OBS) einen Test ausführen, der server-seitig die beste Konfiguration für mehrere gleichzeitige Streams in unterschiedlichen Auflösungen ermitteln soll. OBS kann diese Einstellungen automatisch übernehmen.

Bis zu fünf Streams mit AV1

Besitzer von Nvidia Geforce GTX-16xx sowie RTX-Grafikkarten können so per NVENC-Encoder in bis zu drei Auflösungen gleichzeitig streamen, Geforce RTX-40-GPUs mit AV1-Encoder unterstützen fünf gleichzeitige Streams. Grund dafür ist die 40 Prozent höhere Effizienz des Codecs im Vergleich zu HEVC. Erstmals soll damit auch 4K-Streaming möglich werden.

Wer die neuen Möglichkeiten voll ausreizen will, braucht aber eine Internetverbindung, die alle Datenströme zeitgleich bewältigen kann. Twitch hat für die neuen Funktionen einen Betatest angekündigt, der in den kommenden Wochen starten soll. Wer daran interessiert ist, kann sich in den Optionen dafür registrieren. Wer nur zuschaut, braucht dafür keinen Betazugang.

Zu einer Zusammenarbeit mit AMD und Intel hat sich Twitch noch nicht geäußert. Insbesondere die Möglichkeit zur Nutzung von AV1 dürfte aber nach Abschluss des Betatests ebenfalls folgen, denn sowohl AMDs Radeon-7000-Grafikkarten als auch Intel Arc haben AV1-Encoder. Das lange Zögern von Twitch dürfte vor allem durch die zu geringe Verbreitung von Smartphones mit AV1-Decoder zu erklären sein.